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Die Vertreter der Industrie versuchen mit Hilfe der SPÖ-ÖVP Koalitionsregierung und mit Hilfe der EU-Gerichte in Straßburg unser Gesundheitssystem für die internationalen Versicherungs- und Krankenanstaltenbetreiber zu öffnen. Die Geborgenheit und Sicherheit, die unser jetziges Gesundheitssystem bietet, geht damit verloren. Der Gesundheitsmarkt soll für private Konzerne erschlossen werden. - So wie wir beispielsweise für die Paketbeförderung heute ein Mehrfaches dessen an Gebühren bezahlen, was die Post jemals von uns verlangt hat, so soll es auch auf dem Gebiet der Gesundheit werden. Und dabei sind die privaten Paketdienste nicht so zuverlässig, wie wir es von der Post gewohnt waren.

Gegen diese und andere Machenschaften protestieren die Österreichischen Ärzte, aber auch viele Krankenkassen und Patienten in diesem Frühsommer 2008

Kämpfen wir um unsere österreichischen sozialen Errungenschaften bevor sie endgültig auf Europastandard hinunternivelliert werden !


Präsident Dorner: genetische Ärztehasser Altbürgermeister Zilk Datenschutz ?

Wir Ärzte in Österreich haben zusammen mit den Krankenkassen in den Jahrzehnten seit dem zweiten Weltkrieg zum Wohl der Patienten in Österreich ein Gesundheitssystem aufgebaut, um das uns die Welt beneidet! Ausgerechnet im Jahr 2007 sind wir dafür ausgezeichnet worden: Von 27 Europäischen Gesundheitssystemen hat unser Gesundheitssystem VOR ALLEN ANDEREN GEWONNEN, und ist damit EUROPAMEISTER geworden. Dabei liegen die Kosten für das Gesundheitssystem keineswegs an der Spitze sondern im Mittelfeld der Teilnehmer. Das heißt, daß unsere Patienten zu einem mäßigen und angemessenen Preis die allerbeste Gesundheitsversorgung von ganz Europa bekommen.

Würden unsere Fußballer Europameister werden, so wäre allgemeine Anerkennung und Siegestaumel der Menschen und Medien in Österreich die Folge. Auch könnten die Fußballer in diesem Fall mit fetten Prämien und Vergünstigungen rechnen. Zu Recht - denn umsonst wird man nicht Europameister und dafür gebührt wohl auch Lob und finanzielle Belohnung. Vor allem, weil jeder einzelne Österreicher persönlich etwas davon hat, daß er im Krankheitsfall von jenem Gesundheitssystem betreut wird, das nicht nur die besten Heilerfolge im internationalen Vergleich hat, sonder auch den besten und schnellsten Zugang zu teilweise teuren Untersuchungsmethoden und Behandlungsmethoden. Die Wartezeit auf die verschiedenen Behandlungen ist in Österreich eine der kürzesten in Europa. Die Menschen haben das Recht auf Einholung einer zweiten Meinung von anderen Ärzten, wenn sie unsicher sind, welche Behandlung ihnen gut tut; das wird auch nicht von allen anderen öffentlichen Gesundheitssystemen bezahlt. Der Zugang zu Medikamenten in Österreich ist für alle Patienten bisher ohne Einschränkungen gewährleistet. - All das steht im Consumers Health Report von 2007 - der anerkannten internationalen Vergleichsuntersuchung für die europäischen Gesundheitssysteme.

Stratege Gusenbauer? Ausgerechnet nach dem Jahr, wo wir mit unserem Gesundheitssystem Europameister wurden, verkündet die SPÖ-ÖVP Koalition unter Kanzler Gusenbauer, daß eine Gesundheitsreform notwendig ist, und daß ab jetzt alles anders werden muß. Fritz Dinkhauser, der Wahlgewinner aus Tirol, hat zurecht am 10.6.2008 abends im Fernsehen gesagt, daß in der ÖVP der Mensch nichts mehr zählt. In der ÖVP hat nur mehr die Wirtschaft und der Wirtschaftsbund das Sagen, und die hätten am liebsten, daß die Österreicher für eine Hand voll Reis und ohne soziale Rechte und Urlaubsanspruch arbeiten sollen. Dann bräuchten die Wirtschaftsbosse nicht mehr nach China auszuweichen und die Menschen dort auszunützen. Dabei unterlaufen einige Firmen in Österreich jetzt schon in großem Maßstab die Kollektivverträge. Ich kenne Arbeitnehmer in Österreich, die wöchentlich 45 Stunden arbeiten müssen, aber nur den Lohn für 38,5 Stunden bekommen. - Zustände die in den Zeiten vor der EU Mitgliedschaft undenkbar erschienen. Warum aber die Gusenbauer SPÖ die Menschen hier in Österreich so gemein verrät, ist noch unverständlicher: hat doch die Sozialdemokratie in jahrzehntelangem, zähem Ringen dieses erfolgreiche Gesundheitssystem für die Menschen in Österreich wesentlich mitaufgebaut und mitgestaltet. Welche Gründe kann es wohl haben, daß die SPÖ einen ihrer größten Erfolge für die arbeitenden Menschen in Österreich nunmehr selbst so sabotiert und "Kindesweglegung" am bewährten Gesundheitssystem betreibt???

Die Österreicher haben jedenfalls zu Recht erkannt, daß diese Regierung nicht ihre Interessen vertritt und deshalb möglichst schnell ihres Amtes enthoben gehört. Die Wahlniederlage in Tirol, wo die SPÖ-ÖVP Koalition zusammen mehr als 20 Prozent der Wählerstimmen verloren hat, spricht eine deutliche Sprache.

 

Ärztekammerpräsident Dorner hat es auch richtig erkannt und ausgesprochen, daß es in diesem Land "genetische Ärztehasser" gibt. Wir leben in einem wunderbaren, freien Land, wo jeder sagen kann, was er denkt. So gibt es bei uns auch die verschiedensten, wundersamen und merkwürdigen Leute: es gibt Zeugen Unbequeme ÄrzteJehovas, die lieber sterben als sich Bluttransfusionen geben zu lassen. Es gibt Vegetarier und Veganer, die sich teilweise mit Diäten und alternativen Lebensformen selbst schädigen und einschränken. Es gibt Leute, die glauben an die Wichtigkeit von Mondphasen für ihr Leben oder an die Fußzonenreflexmassage. Andere glauben daß sie mit Lottospielen ihre Lebensziele erreichen oder daß in Zeitungshoroskopen ihre Zukunft verkündet wird. - Bei uns darf jeder nach seiner Facon glücklich werden. So gibt es auch Leute, die aus irgendwelchen Gründen einen verbohrten Hass auf Ärzte haben, und in jahrzehntelanger Wühlarbeit auf allen möglichen Ebenen und in den verschiedensten Organisationen ihre Verhetzungskampagne zum Nachteil der Ärzte betrieben haben. Die Motive dafür sind teilweise unklar. So gab es vor Jahren eine Gruppe von Menschen, die sogenannten Fluorgegner, die tatsächlich so lange ihre wissenschaftlich unbegründete Hetzkampagne gegen die von den Zahnärzten initiierte Verteilung von Fluortabletten an die Kinder in den österreichischen Schulen betrieben haben, bis diese Fluoridierungsaktion eingestellt wurde. Sehr zum Nachteil vieler unschuldiger Kinder, deren Zähne dadurch wieder vermeidbare Schäden erlitten haben. Ich selbst verdanke meine 32 gesunden Zähne, die ich mit 54 Jahren im Mund habe, zu einem guten Teil dieser Fluoridierungsaktion, die in meiner eigenen Schulzeit durchgeführt wurde, und die später leider eingestellt wurde. Der Eifer der "genetischen Ärztehasser" nimmt auf das Wohl der Patienten keinerlei Rücksicht. Die Ärztehasser sitzen in verschiedenen Organisationen und bekleiden die verschiedensten, teilweise honorigen Positionen. Wo immer es eine Möglichkeit gibt den Ärzten eines auszuwischen, so werden sie aktiv und verbreiten ihre Negativpropaganda - ohne Rücksicht auf Verluste. Die unmöglichsten und schikanösesten Vorschriften und Regeln speziell für Ärzte sind dabei im Laufe der Jahre entstanden. Dabei entwickeln sie den gleichen Eifer, mit dem kleingeistige Parteifunktionäre in der Politik reflexartig sachliche Vorschläge verdammen und verurteilen, nur weil sie vom politischen Gegner kommen. Dieses unwürdige Spiel kennt ja jeder, der auch nur oberflächlich die politische Berichterstattung verfolgt.

Hier ein Beispiel für die Aktivitäten der genetischen Ärztehasser: Was würden Sie von einem Gesetz halten, das allen Bürgern in Österreich ZWINGEND vorschreibt ALLE GLÜHBIRNEN in ihrem Haushalt, die älter als zwei Jahre sind, gegen neue auszutauschen - ganz egal ob die brennen oder nicht ??? - Diese Idee muß man sich wirklich zwei mal anhören, ehe man sie glaubt. Nun: vor ein paar Jahren haben die Ärztehasser in Österreich ein Gesetz ausgearbeitet, das allen Zahnärzten in Österreich zwingend vorgeschrieben hätte, alle Röntgengeräte, die älter als fünf Jahre sind, gegen neue auszutauschen, ganz egal ob die einwandfrei funktionieren oder nicht. Dabei kosten diese Geräte teilweise deutlich mehr als ein Mittelklasseauto. In allerletzter Sekunde ist es den Zahnärztevertretern damals gelungen dieses Gesetz zu verhindern. Würden Sie Leute, die solche Ideen ausbrüten, für konstruktive Mitstreiter halten, oder doch eher für bösartige Gegner, denen jedes Mittel recht ist Ihnen einen Schaden zuzufügen?

Internationale AktivitätenDaß wir in Österreich nunmehr Europameister in Sachen öffentliche Gesundheitssysteme geworden sind, obwohl diese genetischen Ärztehasser seit vielen Jahren erfolgreich gegen die Ärzte in Österreich arbeiten und intrigieren, ist wirklich verwunderlich. Leider gibt es auch auf internationaler Eben viele Aktivitäten, die nicht nur zum Nachteil der Ärzte sondern vor allem auch zum Nachteil für die Patienten in Europa wirken. Daß die EU eine Organisation ist, die vor allem anderen die Interessen der industriellen Großkonzerne in den Mitgliedsländern durchsetzt, das pfeifen ja inzwischen die Spatzen von den Dächern. Auch auf dem Gebiet der Gesundheit versuchen viele Kräfte die altbewährten Gesundheitssysteme in Europa, wie wir in Österreich NOCH eines haben, abzuschaffen und die Gesundheit zu einem gigantischen Geschäft für internatonale Gesundheits- und Versicherungskonzerne nach dem Vorbild der USA zu machen. Daß dabei Qualitätsevaluierung und Patienteninteressen vorgeschoben werden, kann über die wahren Absichten dieser europaweiten Aktivitäten nicht hinwegtäuschen. Dabei kommen natürlich nicht nur die Ärzte sondern vor allem die Patienten unter die Räder. Gewinnen wollen wieder nur die Aktionäre verschiedener Gesundheitsaktiengesellschaften und Versicherungskonzerne. Zeitgleich zu uns in Österreich haben auch die Patienten und Ärzte in Deutschland die selben Probleme wie wir hier auf unserer ehemaligen Insel der Seeligen. Schauen Sie sich doch den Aufruf zu einer gemeinsamen Protestveranstaltung von Ärzten und Patienten im Olympiastadion von München an, den ich hier abgebildet habe.

Bürgermeister Zilk Warum unsere SPÖ-ÖVP Koalitionsregierung unter Kanzler Gusenbauer unser bewährtes Gesundheitssystem genau in dem Jahr zerstören will nach dem wir Europameister geworden sind ist nicht nachvollziehbar. Die angeblichen Kosten können es in Wahrheit nicht sein, dann die sind seit vielen Jahren praktisch gleich, was den Anteil am Bruttonationalprodukt betrifft. Was wir uns in den vielen Jahrzehnten seit dem Krieg leisten konnten, das können wir uns ja wohl auch jetzt leisten, wo die Medien dauernd voll sind von Berichten über unsere guten Wirtschaftsdaten und den Aufschwung, den uns angeblich die EU gebracht hat. - Möglicherweise ist für die geplante Zerstörung des Gesundheitssystems nicht nur die jahrzehntelange Wühlarbeit der "genetischen Ärztehasser" ausschlaggebend, sonder auch ein gewisser internationaler Druck von wirtschaftlicher Seite. Auf jeden Fall ist offensichtlich, daß diese Regierung nicht die Interessen der Menschen in Österreich vertritt. Der Ombudsmann und Altbügermeister von Wien Professor Zilk hat in der Kronenzeitung dazu einen faszinierenden Artikel verfaßt, den ich Ihnen an dieser Stelle auch noch unbedingt zeigen möchte. Dieser Mann vertritt wirklich die Interessen der Menschen in Österreich und nicht die Interessen von Globalisierern und internationalen Aktiengesellschaften. - Laßt uns gemeinsam um unsere sozialen Standards und Errungenschaften kämpfen, solange wir noch etwas haben, was wir verteidigen können.
Unterschrift Seitenstetten, im Frühsommer 2008 Elliptisches Logo

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PS: Datenschutz ist ein Lieblingsthema unserer Regierung in diesen Tagen. Daß mit der ELGA, der elektronischen Gesundheitsakte, die in der Gesundheitsreform gegen den Willen der Ärzte und gegen die Interessen der Patienten durchgesetzt werden soll, die sensiblen Gesundheitsdaten aller Österreicher zentral gespeichert werden, das verstößt nach Ansicht der Regierung nicht gegen den Datenschutz. Dabei ist es praktisch unvermeidbar und damit sicher, daß damit die Gesundheitsdaten jedes einzelnen Bürgers unkontrollierbar an die verschiedensten Stellen verbreitet werden, die auch nur irgendein Interesse daran haben. Zahlreich sind die internationalen Beispiele, wo sensible Daten von Finanzämtern und Gesundheitsbehörden z.B. auf dem Postweg oder auf Sicherungsdatenträgern verloren gegangen sind - siehe auch "Datenskandal in England". Damit ist das Ärztegeheimnis praktisch gestorben und jeder Patient, der sich seinem Vertrauensarzt wegen irgendwelcher sensiblen oder peinlichen Gesundheitsproblemen anvertraut, muß damit rechnen, daß seine Geheimnisse bekannt werden. Wer etwas anderes erzählt, der lügt. Es werden nämlich nicht nur Kassenärzte sondern auch Privatärzte per Gesetz zur Teilnahme an diesem EDV System namens ELGA verpflichtet, und zwar unter Androhung von massiven Strafen, wenn man die Teilnahme verweigert. In Wahrheit geht es aber darum, daß eine internationale EDV Lobby hier Geschäfte mit den Gesundheitsdaten der Österreicher machen will - sei es durch die Herstellung des EDV Systems oder durch den Handel der daraus gewonnenen Daten. Denn für die Industrie und den Handel ist es höchst interessant, wer an welchen Krankheiten leidet - z.B. für die zielgerichtete Zusendung punktgenau plazierter Werbung. Auch für Personalchefs großer Firmen ist es höchst interessant, welche gesundheitlichen Probleme ein Bewerber um einen Posten hat, oder wie oft er in den Krankenstand gegangen ist, in den vergangenen Jahren. Deshalb ist es für alle Menschen in Österreich wichtig um die Erhaltung des Ärztegeheimnisses zu kämpfen und die unerhörten Pläne der Wirtschaftslobby zu verhindern.